145
Johann Georg Hamann → Johann Gotthelf Lindner
Königsberg, 1. Juni 1759
ZH I, 333



5




10




15




20




25




30




35

S. 334



5




10




15




20




25




30




35


S. 335



5




10




15




20




25




30




35


S. 336



5




10




15




20




25




30




35


S. 337



5




10




15




20




25




30




35


S. 338



5




10





15

Königsberg. den 1 Junius. 1759.

Geliebtester Freund.

Sie werden wie ich hoffe ein klein Billet von Ihrer lieben Mama aus Mitau
erhalten haben. Ich habe an den Herrn Doct. geschrieben und ihm einen
Einschluß an meinen Bruder anbefohlen, worinn ersteres gelegen. Sie hat noch
kein Geld erhalten, und HE Wagner hat mir vor 4 Wochen einen Brief
gewiesen, worinn ihm oder mir aufgetragen wurde Geld zu heben, aber ohne
Namen des Kaufmanns von dem es gehoben werden sollte; so wie Sie auch
mir nichts davon gemeldet in Ihrem letzten. Sie werden uns oder jemanden
unter uns eine Erörterung hierüber geben.
Vorgestern kam HE. Beggerau, der meinen Vater kennt, Abschied nehmen,
den ich schon lange glaubte unterwegens zu seyn. Er bringt einige Sachen von
mir mit – zu dem versprochenen ersten Theil des Swifts habe aus dem
Buchladen den 2. dazulegen laßen; der dritte ist nicht mehr da. Eine kleine Piece,
die nicht mehr zu haben, werden sie auch finden; sie war schon einer andern
beygebunden, von der ich sie losreißen müßen. Sie ist das Beste, was ich über
die Sache gelesen. Lutheri kleine Schriften und die historische Tabelle ist für
meinen Bruder; Cissides und Paches gleichfalls, weil die übrigen Werke des
Kleist dort sind. Considerations sur le Commerce, Pensées sur le Comm.
Philos. v. patriotische Träume, le Reformateur reformée Relation historique
de Lisbonne
und la noblesse commerçable et ubiquiste werden Sie bey
Gelegenheit unter meine dortige Bücher einschieben; bitte mir aber dafür mit
erster Gelegenheit alle meine Musicalia aus, die oben im bureau liegen. Ich
habe schon meinem Bruder davon geschrieben, ich weiß aber daß es schwer ist
durch ihn etwas zu erhalten. Sie werden Geliebtester Freund, daher an dieser
Kleinigkeit Antheil nehmen, weil ich dem Reichard selbige versprochen, der
mir meine alte Luxmachersche Laute diese Woche zu Hause bringen wird, die
ich unterwegens erbeutet.
Ich habe nicht viel vor Sie gefunden, ob in dem wenigen, was ich Ihnen
durch Wagner beylegen laßen, etwas nach ihrer Erwartung seyn wird,
werden Sie beym Empfang am besten beurtheilen. Die Erläuterungen der
Psalmen machen 2 kleine Lagen aus, es steht bey ihnen sie fortzusetzen. In unserm
Buchladen ist nichts mehr davon als die 2 ersten Stücke. Sie müßen mit dem
Eyfer des Verfaßers gegen die Chiliasten Gedult haben und sich dadurch das
gründlichere in dieser Schrift nicht vereckeln laßen. Ich lege nichts bey für Sie,
das ich nicht selbst vorher gelesen habe. Künftige Vorschriften über meine
Wahl und nähere Bestimmungen Ihres Geschmacks im überschickten werde
mit Verbindlichkeit annehmen.
Aus Vorwitz habe alle Schriften des Chladenius durchblättert, die hier zu
haben sind; und nur seine Predigten und ein paar kleine Abhandlungen
darunter gefunden, die ihnen darunter anständig seyn möchten. Seine Logica
Sacra
ist gewaltig scholastisch, und seine Anweisung zur Auslegung der
Schriften und Reden ist eben so eckel durch die Methode. In der ersten sind
einige neue Theorien oder essays als Außenwerke angebracht, die sie aus seiner
Philosophia Definitiua, die unter meinen Büchern ist, zum Theil kennen
lernen können. Seine Abhandlung vom Wahrscheinl. sind nicht mehr; wenn sie
wie seine Hermeneutic und Auslegungskunst geschrieben; so verlange sie
nicht zu lesen. Unter seinen philosophischen Werken möchten also wohl seine
Philosophia definitiua und allgemeine Geschichtswißenschaft die stärksten
und ausgearbeitesten seyn. Ob sie diese bey Gelegenheit künfftig einmal
haben wollen, können sie sich allemal melden. Ich habe noch seine opuscula
gelesen, die mehrentheils in programmatibus und kleinen Abhandlungen
bestehen, deren Innhalt den Leser neugierig macht, nicht aber gleich befriedigt.
Es ist eine darunter über eine Stelle des Augustinus, worinn er seine
Gedanken über die Schreibart Moses und der heil. Schrift überhaupt entdeckt.
Sie stehen in seinen Confessionen, und sind wirklich so außerordentlich, daß
man diesen Kirchenlehrer entweder durch Empfindung verstehen muß, oder
noch so viel über seine Worte commentiren kann, ohne ihren Sinn hinlängl.
zergliedern zu können. Er bittet von Gott um eine solche Beredsamkeit, daß
der Ungläubige nicht seine Schreibart verstehenwerfen könne, weil sie ihm
zu schwer zu verstehen wäre, der Gläubige hingegen, wenn seine
Denkungsart noch so verschieden wäre, doch einen Zusammenhang und eine gewiße
Uebereinstimmung derselben mit den Worten des Schriftstellers erriethe.
Mit dieser Stelle vergleicht Chladen eine andere aus eben dem Buche: Ego
certe, si ad culmen authoritatis scriberem, sic mallem scribere, vt quid veri
quisque de his rebus capere posset, mea verba sonarent quam vt vnam
veram sententiam ad hoc apertius ponerem, vt excluderem ceteras,
quarum falsitas me non posset offendere. Chladenius
scheint mir noch lange
nicht bis auf den Grund desjenigen gekommen zu seyn, was Augustin hat
sagen wollen. Er nimmt einen Einfall des Lucilii zu Hülfe, den Cicero in
seinem Buch de Oratore anführt, welcher gesagt: malo non intelligi
orationem meam, quam reprehendi,
und weder von ganz unwißenden noch gar zu
gelehrten gelesen werden wollen, weil die ersteren ihn gar nicht verstehen, und
die letzteren ihn über den Kopf weg sehen würden. Ein solcher Wunsch, und
eine solche Schreibart gehört für einen Staats- und Schulredner, der nichts
als Beyfall und Händeklatschen sucht, und zu so witzigen oder geschwäzigen
Redekunst wird man in Schulen und im Umgange geübt; darinn fehlt es
weder an Lehrern noch an Mustern, weder an Ciceronen noch Atticis. Sollte
aber nicht ein ehrlicher Mann bisweilen eine Schreibart nöthig haben, die er
lieber getadelt als gemisbraucht wünschen möchte, und wo er genöthigt ist
zu wünschen: Ich will lieber gar nicht als unrecht verstanden werden.
Die Begriffe die Augustinus annimmt wiedersprechen gewißermaaßen den
ersten Grundgesetzen, die wir von einer guten Schreibart anzunehmen
gewohnt sind. Er nimmt an statt, daß die Wahrheit bestehen könne mit der
grösten Mannigfaltigkeit der Meynungen über einige einzige und dieselbe
Sache, indem er sich so zu schreiben wünscht, daß diejenigen, welche durch den
Glauben einen Begrif von der Schöpfungskraft Gottes hätten, in quamlibet
sententiam cogitando venissent, eam non praetermissam in paucis verbis
tui famuli reperirent et si alius aliam vidisset in luce veritatis, nec ipsa in
iisdem verbis intelligenda deesset,
das würde ohngefähr heißen, er möchte
ein Cartesianer oder Newtonianer, Burnets oder Buffons Hypothesen
aufgenommen haben, und die Natur in dem geborgten Lichte dieses oder jenes
Systems ansehen, gleichwol in den kurzen Worten des begeisterten
Geschichtschreibers Spuren einer mögl. Erklärung nach seinen Schooßlehren darinn
fände, zu Anspielungen darauf entdeckte. Die Wahrheit ist also einem
Saamenkorn gleich, dem der Mensch einen Leib giebt wie er will; und dieser Leib
der Wahrheit
bekommt wiederum durch den Ausdruck ein Kleid nach eines
jeden Geschmack, oder nach den Gesetzen der Mode. Es ließen sich unzähliche
Fälle erdichten, die einen neuen Schwung der Schreibart bestimmen könnten.
Ein kleiner Zusatz neuer Begriffe hat allemal die Sprache der Philosophie
geändert; wie die Reitzbarkeit in medicinischen Büchern und Dissertationen
zu circuliren anfieng. Eben so wird ein diplomatischer oder pragmatischer
Schriftsteller, der gleichfalls gewißermaaßen ad culmen autoritatis schreibt,
sich an die Worte der Urkunden und Vollmachten halten, Mönchsschrift und
Runische Buchstaben in ihrem Werth laßen, und nicht mit dem Donat
sondern mit seinem Kayser Schismam reden. Unter eben so einem Zwange
befindet sich ein Autor der in einer Sprache schreibt, die nicht mehr geredt wird,
weil sie tod ist. Er wird seinen Zeitverwandten als Verfälschern nicht trauen,
den genium seiner Muttersprache oder der lebenden, die er gelernt hätte,
verleugnen, und nichts als seine Bekanntschaft mit den Alten, seine Urtheil
und sein Glück ihre Formeln anzubringen und zusammenzuleimen den
Kennern zeigen können. Wenn ein solcher gekünstelter Römer von einem ehrl.
Mann sagen wollte, der den öffentl. Besten vorstünde: Optime sentit, sed
nocet interdum Reipublicae; loquitur enim, tanquam in republica Platonis,
nec tanquam in faece Romuli
oder Saeculi. Würde man an dieser
Schreibart etwas auszusetzen finden, und dem Briefsteller vorrücken, daß er dem
Cato sein Lob gestolen, und dadurch einen Narren entschuldigte, an den kein
einziger Römer in seinen epistolis familiaribus gedacht hätte.
Nach den Gedanken des Augustinus von der Schreibart, sollte man den
grösten Fehler in eine Schönheit verwandelt sehen; die Klarheit in einen
unbestimmten vieldeutigen Sinn. Der Philosoph, der aber gar zu klar von der
grösten Wahrheit näml. der Unsterblichkeit der Seelen redete, brachte den
Entschluß des Selbstmordes, des grösten Lasters, in seinen Zuhörern zu wege.
Wenn man also sich nicht anders als eine verkehrte Anwendung deutl.
Wahrheiten versprechen kann, so erfordert es die Klugheit sie lieber einzukleiden,
und den Schleyer der Falscheit wie Thamar auf Unkosten seiner Ehre zu
brauchen und sie mit der Zeit desto nachdrücklicher zu rächen, auf Unkosten
seiner Ehrliebenden Richter.
Ich theile Ihnen nur die zufälligsten Gedanken mit, weil Sie in einigen
Zusammenhang mit meiner franzosischen Grammatic stehen, in der ich
einige allgemeine Gedanken Betrachtungen über die Menschliche Sprache
überhaupt zum voraus anzubringen gedenke; zu denen ich einigen Stoff
gesammlet, den ich aber Mühe haben werde in Ordnung zu bringen. Erinnern
Sie doch, Geliebtester Freund, meinen Bruder, daß er die angefangenen
Bogen davon den Musicalien beylegt.
Ich habe das neue Journal des Formey; Lettres sur l’Etat present des
Sciences et des Moeurs
gelesen. Es ist so schlecht als möglich. Es wird zu
Bruxelles ein Journal de Commerce und wo ich nicht irre zu Koppenhagen
eine neue Ausgabe von Savary Dictionnaire auskommen, auf welchen noch
Zeit seyn wird zu praenumeriren, falls sich Liebhaber zu Riga dazu finden.
Eine Abhandlung des Voltaire war gleichfalls eingerückt, die eine
Schutzschrift des Saurin gegen das Journal Helvetique in sich hielt. Dieser Saurin
war der Feind des Rousseau; Voltaire kann also nicht anders als ein
pathetischer Menschenfreund und Sittenlehrer die Asche dieses Mannes rächen. Ich
will Ihnen den Beschluß dieser beredten Apologie hersetzen: Par quel excès
incomprehensible avez Vous pû Vous laisser emporter jusqu’à taxer de
Deisme et d’Atheisme le service charitable rendu à la memoire d’un mort
et à la reputation de ses enfans
(der Paedagogus dieses Jahrhunderts hat
dies in der Geschichte des vorigen gethan). Sentez Vous toute l’absurdité et
toute l’horreur de Vos raisonnemens? Vous qui ne songez qu’à nuire, Vous
appellez Athée celui qui ne songe qu’à servir. Vous qui croyez faire
des Syllogismes, vous confondez ceux qui adorent la Divinité avec
ceux qui la nient; et ne connoissant ni la force des termes, ni les
bienseances, ni les hommes, dont Vous osez parler ni les loix, qui
peuvent Vous punir, vous couvrez du nom de zele la temerité barbare de Vos
outrages.
Nous n’avons que deux jours à vivre sur la terre. Dieu ne veut pas que
ses enfans consument ces deux jours à se tourmenter impitoyablement les
uns les autres. Nous sommes prets de paroitre Vous et moi devant son
Tribunal. J’espere que je n’y tremblerai pas d’avoir
secouru mes Freres
et qu’il Vous pardonnera à Vous, quand Vous aurez gemi de leur avoir mis
le couteau dans le coeur et d’avoir dechiré leurs blessures.
P. S. L’auteur de cette Declamation n’a repondu au Libelle anonyme
inseré dans le Journal Helvetique que parcequ’il s’agit de defendre
l’honneur d’une Famille. On lui a dit qu’il y a d’autres articles personnels
contre lui inserés dans le meme Journal; il ne les a jamais lus et d’ailleurs
il n’y repondroit jamais parceque’ils ne regardent que Lui.
Rousseau, Citoyen de Geneve à Monsieur Alembert, l’homme à longue
queue
weil alle Academien darauf folgen deren Mitglied er ist über den
Article Geneve im Dictionaire Encyclopedique. Dieser Brief ist die
Abschiedsschrift des Autors aus der gelehrten Welt. Wenn ich bekomme, will Ihnen
selbige schicken. In der Vorrede vertheidigt er die Genfer Theologen gegen die
Beschuldigung des Socinianismus; der Brief streitet gegen die Errichtung
eines Schauplatzes in seiner Vaterstadt, thut dafür andere wunderl. Projecte
von öffentl. Bällen in Gegenwart der Aeltesten und die Errichtung einer Cour
d’honneur
um die Duelle abzuschaffen.
Ein junger Parlaments Rath, der kürzl. gestorben Mr. Goguet hat 3
Quartanten de l’origine des Loix, des Arts et des Sciences et de leur
Progrès chez les Anciens voriges Jahr ausgegeben. Das Werk wäre neugierig zu
sehen. Wenn es ihr Nachbar sich verschreiben sollte so melden Sie mir doch
etwas davon.
So viel von gelehrten Neuigkeiten. Der Serg. soll abgereiset seyn hat
gewis versprochen uns zu besuchen ist aber nicht gewesen. Er begleitet die
General. Stoffeln nach Riga. Ich bin einmal in seinem Qvartier gewesen mich
nach ihm zu erkundigen. Der Maj. soll seine Sachen gepfändet haben wie und
warum, weiß ich nicht. Ob er sie zur Reise ausbekommen, kann auch nicht
sagen.
Leben Sie gesund v. zufrieden, Geliebtester Freund. Ein gesegnetes
Pfingstfest. Ich habe alle Lust verloren auf Land zu gehen; mein kleiner Garten ist
mein Gut; mit HE. Trescho habe den Morgen darinn zugebracht, und schreibe
jetzt darinn. Mein Vater läßt Sie herzlich grüßen, ist ziemlich gesund und
gutes Muthes. HE. Justitiarius Wulf hat mich 2 mal besucht, bin aber noch
nicht bey ihm gewesen, nach dem Fest will ihn auch besuchen und einen Kuß
von seiner jungen Frau abholen, die sich mit Ihrer lieben Hälffte tröstet.
Umarmen Sie Sie in meinem Namen. Ich ersterbe mit der redlichsten
Hochachtung und Ergebenheit Ihr verpflichtester Freund.
Hamann.


Habe heute mit viel Vergnügen unter der Sammlung des Trescho ein
Gedicht von Ihnen gelesen über entfernte Freundschaft, das ich mir Mühe
geben werde noch ein wenig näher zu untersuchen. Leben Sie wohl. Gott
befohlen. Schlüßen Sie Uns auch in Ihr Gebet ein.


Das Billet der Mutter Lindners ging an J. E. F. Lindner in Mitau, von dort an J. Chr. Hamann in Riga.








Beggerau nicht ermittelt, vgl. Brief Nr. 148 (ZH I 348/11)












bureau Schreibtisch




Luxmachersche Vll. Renaissancelaute aus der Werkstatt des Laux Maler (1485–ca.1552), welche im 17. Jhd. jedoch meist zu Barocklauten umgebaut wurden.




Erläuterungen der Psalmen Davids, aus ihren Eintheilungen in fünf Bücher und ihren Ueberschriften (17 Tle., Aurich: Luschky 1757–1766)



Chiliasten eschatologischer Messianismus, etwa bei
Philipp Jakob Spener















Chladenius, Allgemeine Geschichtswissenschaft
; vgl.
Hamann, Sokratische Denkwürdigkeiten
, ED S. 26 (fehlt in N II S. 65): »Die Geschichts-Wissenschaft des scharfsinnigen Chladenius ist blos als ein nützlich Supplement unserer scholastischen oder akademischen Vernunftlehre anzusehen.«







in seinen Confessionen
Aug. conf.
12,26,36; von Chladenius erörtert in
Chladenius, Opuscula Academica
, S. 3ff., das Augustinus-Zitat steht auf S. 6f.








Chladenius, Opuscula Academica
, S. 10;
Aug. conf.
12,31,42, dort aber: »auctoritatis aliquid scriberem ... mea verba resonarent ...«, »Ich jedenfalls erkläre ohne Scheu und aus tiefster Überzeugung: Wenn ich etwas so sehr Einflussreiches zu schreiben hätte, dann lieber so, dass jeder in dem, was er über diese Inhalte an Wahrem erfassen könnte, meine Worte wiedererkennen sollte, als in der Weise, dass ich eine einzige wahre Ansicht zu dem Zweck ziemlich deutlich herausstellte, andere Ansichten auszuschließen, selbst wenn sie nichts Falsches enthielten, das mich verletzen könnte.«







Chladenius, Opuscula Academica
, S. 22;
Cic. de orat.
2,6,25: »ich will nämlich lieber, dass mein Vortrag nicht verstanden als dass an ihm etwas ausgesetzt wird.«





vgl.
Hamann, Beylage zu Dangeuil
, N IV S. 229/14, ED S. 367: »Man darf die Größe eines Volks nicht weit suchen, das die Wahrheit aus dem Munde eines Schauspielers mit einem allgemeinen Händeklatschen aufnahm.«


Atticis Attiker/Rhetoriker/Stilistiker









Aug. conf.
12,26,36, dort aber: »in quamlibet veram sententiam...«, »die wahre Ansicht, zu welcher sie auch immer durch Nachdenken gelangt wären, in den wenigen Worten deines Dieners deutlich wiedergefunden hätten, und wenn ein anderer im Licht der Wahrheit eine andere geschaut hätte, dann hätte er auch sie denselben Worten entnehmen können.«














Reitzbarkeit Irritabilität, bspw. von
Albrecht v. Haller
gegen Leibniz’ Kraft-Konzept vertreten (Brief Nr. 171 (ZH I 453/22)).


... autoritatis
Aug. conf.
12,31,42



Kayser Von
Sigismund von Luxemburg
auf dem Konzil zu Konstanz (1414–1418) berichtet J. W. Zincgref in seiner Sammlung: Teutsche APOPHTEGMATA das ist Der Teutschen Scharfsinnige kluge Sprüche... (1. Aufl. 1644; um einen dritten Teil vermehrt durch J. L. Weidner, Amsterdam 1653): »Als ihm auff bemeltem Concilio [zu Konstanz] das Wort schismam entfuhre / in dem er sagt: Wir wollen kein schismam haben / vnd des Pabsts Gesandter ihn corrigirte, dann es were generis neutrius: Antwortet der Keyser / Wer sagts? Als ihm geantwortet ward / Alexander Gallus / Priscianus vnd andere. Fragte er weiter: Wer die weren? Als ihm gesagt war / Es weren gelehrte Männer etc. Antwortet er: So bin ich ein Keyser und höher als sie / kan wol gar eine andere Grammatic machen. Dann bin ich ein Herr der Recht vnd Sachen / so bin ich auch viel mehr ein Herr vber die Worte.«







Vmtl. zitiert aus
Bacon, De sapientia veterum
(Ende von Kap. 1, »Cassandra, sive Parrhesia«), eine Abwandlung von
Cic. Att.
2,1,8.









Plato im Phaidon

Zuhörern Cleombrotos
Hamann, Sokratische Denkwürdigkeiten
, N II S. 73/40, ED S. 49, erster Bezug ist dort Lactanz (Inst. 3,18); zweiter in nachtr. handschr. Annotation:
Aug. civ.
I.22 u.
Cic. Tusc.
I.34.



Thamar 1 Mo 38,14




Grammatic
Hamann, Deutsch-Französische Sprachlehre
, N IV S. 247f., Brief Nr. 136 (ZH I 295/17) u. Brief 214 (ZH II, 112/4)





Johann Christoph Hamann
hatte eine Abschrift von Hs. Anfang der franz. Grammatik (
Hamann, Deutsch-Französische Sprachlehre
) gemacht.



Journal de commerce (18 Tle. 1759–62, ab 1762 fortgeführt als Journal de commerce et d’agriculture; Brüssel: Van den Berghen, dann Brüssel: De Bast); die Anzeige zur Praenumeration erschien in
Formey, Lettres sur l’état
.

Savary, Dictionnaire universel de commerce
; die Anzeige zur Praenumeration erschien in
Formey, Lettres sur l’état
.



Im Journal Helvetique (seit 1738) waren im Okt. 1758 anonym Verdächtigungen gegen den 1730 gest. Jaques Saurin publiziert worden.











Hs. Hervorhebungen




















Socinianismus Christliche, antitrinitarische Bewegung in Polen, Mähren und Siebenbürgen, im 16. Jhd. von Sienese Fausto Sozzini begründet, im 17. Jhd., nach ihrer Bekämpfung, in kleine Reste zerstreut. Im 18. Jhd. verallgemeinert zu einem vagen Schimpfwort gegen Unitarismus, moralisch-vernünftig verstandene Religion.











vll. Martha Philippine Stoffel, vgl. Brief Nr. 150 (ZH I 361/9)
















Lindner, Empfindungen der Freundschaft
; die Sammlung erschien erst 1761, H. hatte also hier wohl ein Manuskript vorliegen. Brief Nr. 148 (ZH I 349/5), Brief Nr. 149 (ZH I 357/22).



Provenienz:
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 2 (36).

Bisherige Drucke:
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, I 385–390.
ZH I 333–338, Nr. 145.

Textkritische Anmerkungen:
Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provinienz) kritisch geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter Quellen verifiziert werden konnten.
333/20 reformée
Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): reformé
335/22 fände, zu
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies und statt zu  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): fände, u
335/3 so witzigen
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies so [einer] witzigen
337/13 secouru mes
Geändert nach Druckbogen (1940); ZH: secour u mes  Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies secour u mes