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Johann Georg Hamann → Johann Gotthelf Lindner
Königsberg, 27. April und 1. Mai 1759
ZH I, 314



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Königsberg, den 27. April. 1759.

Lieber Herr Rector,

Unter dieser Courtoisie hatte Ihnen einen Brief zugedacht, den ich aber
nicht willens war sobald an Sie zu schreiben; weil mir manch hartes und
grobes Wort hätte entfahren müßen. Die Zärtlichkeit aber hat der
Gerechtigkeit ihre Augenbinde abgenommen, und sie, wo nicht entwafnet, doch den
Nachdruck ihres Arms gelähmt. Wie es von drey Männern Gottes in der
Schrift heist, daß Gott ihnen vergab und ihr Thun strafte Ψ 99. Zwey
entgegengesetzte Begriffe, die sich einander aufzuheben scheinen: so werden Sie
mir erlauben, nicht nur die Formeln, sondern auch die Empfindungen einer
redlichen Geflißenheit zu erneuren und zu bevestigen; wie folget:

Geliebtester Freund,

Haben Sie wohl an die Rechte und Verbindlichkeiten dieses Titels gedacht,
da Sie sich zu einem Unterhändler und Boten solcher Briefe brauchen laßen,
deren Innhalt und Ton Sie selbst verlegen gemacht – Wie kann man bey
der Nächstenliebe die Sie besitzen, dergleichen offenbare Verläumdungen
unbeantwortet laßen, selbst seinen Witz dazu brauchen solche mit
Scheinentschuldigungen zu bemänteln, und mit gutem Gewißen solche Briefe offen, ich
sage offen, demjenigen überreichen, der dem Uebel nicht wiederstehen kann.
Mit was für einem Herzen haben Sie s mich versichern können, daß Sie
neutral sind. Heist das neutral seyn wenn man sich zum Steuermann eines
alten Orlogsschiffes brauchen läst, daß ich mich Ihres eigenen Ausdruckes
bediene. Heist das neutral seyn, wenn ich geharnischte Männer unter dem
Dach meiner Briefe einnehme, und mein Couvert zum hölzernen Pferde
machen – Wer zieht andern Gerichte zu, der sie ihnen entdeckt und nicht
mit seinen eigenen Worten, sondern mit den ewigen Worten des Richters,
verkündigt, und Gott täglich um Abwendung derselben anruft, der sich in
ihrem Namen dafür fürchtet – oder der mit lautem Munde seegnet, den die
Furcht bald zu Christo treibt, ihm ein Wortchen ins Ohr zu sagen, und die
Gefälligkeit zum Volk, das mit falschem Herzen sich rühmt treue
Unterthanen des Kaysers zu seyn; der ihn für unschuldig erkennt, und doch geißelt,
noch einmal bekennt und doch verdammt, ihn verdammt, ungeachtet er weiß,
daß der König der Juden zugleich ein König der Wahrheit ist, der den
Furchtsamen, und allen die Lügen lieben und thun, die Thür weiset, ihn
verdammt und sich doch die Hände waschet – Weil Sie sagen: man muß nicht
andern Gerichte zuziehen
. So antworten Sie mir, wenn ich Sie frage:
Wer zieht andern Gerichte zu? Derjenige, welcher sagt: es ist nicht recht, daß
Du pp. welcher den Gottlosen keinen Frieden verspricht, weil er der Herr gesagt
hat oder, welcher den Leuten Küßen unter die Arme, und Pfüle zu den
Häuptern macht, das Herz der Gerechten fälschlich betrübt, und die Hände
der Gottlosen stärkt um einer Handvoll Gersten und Bißen Brodts willen?
Sind Sie nicht ein Priester, der jetzt in den Augen der Leute, im Gesetz nicht
irren kann, ein Weiser, der nicht fehlen kann mit Rathen, und ein Prophet,
der nicht unrecht lehrt. Und ist durch ihren Beytritt nicht der Entschluß in
ihnen gestärkt worden: kommt her, laßet uns ihn mit der Zunge todschlagen
und nichts geben auf alle seine Rede. Jer. 18.
Sie haben mich in einem Ihrer Briefe versichert, daß Sie mich bisweilen
gerne gehört, und ohne sich an das Eigene meiner Lebens- und Denkungsart
zu ärgern, erbauliche Einfälle unterhalten haben. Johannes war heftig, er
vergaß die Achtsamkeit, die man dem Wohlstande, der Gesellschaft, den
Fürsten schuldig ist. Das Gefängnis war eine gnädige Strafe, die er sich selbst
zugezogen; und das Schicksal seines Hauptes die Wirkung eines Gastgebotes,
eines zu breiten Versprechens, einer väterlichen Aufwallung, einer
gewöhnlichen Achtsamkeit eines guten Wirths, der seinen Charakter seinen Gästen
empfehlen will, und endlich einer seltenen Gewißenhaftigkeit gegen die
Religion eines Eydes – Wie ist es möglich daß ein solch Ungeheuer als die
Herodias eine so tugendhafte Tochter hat zur Welt bringen können? Wo
würden wir jetzt ein Beispiel von ihr antreffen, die bey dem Verdienst einer
guten Tänzerinn, doch erst ihre Mutter um Rath fragen würde und ein halbes
Königreich einem solchen Gerücht aufopfern würde möchte, als das Haupt
eines so ebentheuerl. Staatsgefangenen war. Ihr Vater dachte: was werden
die Leute sagen? hätte die Tochter nicht mehr Recht gehabt sich diese Frage
zu machen. Wie viel Herz gehört dazu, eine so lächerliche und zugl. grausame
Bitte zu thun, als diejenige war: Gib mir des Täufers Haupt in der Schüßel.
Und doch that sie es – als ein gehorsames und gefälliges Kind.
Es ist eines Christen Pflicht sich nicht fremder Sünden theilhaftig machen,
und etl. Sünden sind offenbar, daß man sie vorhin richten kann; etl. aber
werden hernach offenbar also auch umgekehrt von guten Werken. Bey vielen
wird gefragt: wozu dient dieser Unrath? Du könntest Deine Zeit beßer
anwenden, wenn Sie z. E. Ihre Schulhandlungen und ich z. E. meine Briefe
unterdrückten. Durch beyde würde gl. viel ausgerichtet, könnte ein
Unpartheyischer und neutraler Kunstrichter sagen, und beyde geben zu gleich viel
Verwirrungen und Ueberflüßigkeiten Anlaß. Unterdeßen, liebster Freund, so
leichtsinnig, lose und überhin sich über die wichtigsten Dinge und
Handlungen unseres Lebens sich denken läst: so ein großer Unterscheid muß doch
unter Thorheit und Weisheit, unter d Sünde und Gerechtigkeit bleiben.
In dieser Absicht ist es eine Art von Nothwendigkeit, die mir Vernunft und
Freundschaft auflegt, Ihr Verhalten gegen mich in allem demjenigen, was
Sie darinn gethan, zu misbilligen und recht sehr zu empfinden, so wohl, daß
Sie sich so leichtsinnig darinn haben verwickeln laßen, als auch, daß Sie sich
auf eine so gantz besondere Art gegen mich darinn gezeigt haben.
Hätten Sie nicht wenigstens so klug seyn können sich für den Verdruß zu
hüten, der Ihnen durch meine Aufnahme und Seltenheit der Grundsätze, die
Sie so gut zu kennen und sich darauf im Nothfall zu beruffen wißen,
zuwachsen müste. Wenn Menschen ein aspirirtes S von einem puren
unterscheiden können, und sich durch die Sprache Kanaans nicht hintergehen laßen,
wird sich Gott an unserm Herr Herr sagen kehren, oder kann er es mit den
Menschen nicht so genau nehmen, weil er deren zu viel zu hüten hat. Sie
haben ein öffentliches Amt, das den grösten Kopf ganz allein über und über
beschäftigen könnte:s Sie haben so viel häusliche Geschäfte, die den
gesundesten Menschen bald stumpf machen würden: Sie haben so viel
Verantwortung in diesen beyden Dingen auf sich, daß man es in keiner einzigen
Nebensache mit Ihnen genau nehmen muß, und jeder vernünftiger sich schämen und
fürchten muß Sie womit zu beschweren, und sind doch mit so viel dergl.
überhäuft, daß Sie als bloßer Commissionnair sich um das Publicum verdient machen
und eine Besoldung dafür genüßen könnten. Ist es Ihnen denn gleich viel,
was und wie Sie thun, und sollen andere auch damit zufrieden seyn. Und
wenn die ganze Stadt es mit Ihnen wäre, und alle Leute, denen Sie alle
Tage was zu Gefallen thun; so bin ich es nicht, und muß Ihnen rund heraus
sagen: Thun Sie mir lieber nichts, als daß Sie das verhudeln, was Sie zu
thun auf sich nehmen. Das, was ich Ihnen auf eine freye Art unerschrocken
ins Gesicht sage, urtheilt jeder von denen, (die ihre Freunde und Gönner
sind, und die Sie bald als ihren Schaarwerker bald als sonst was brauchen,)
in seinem Herzen, und was mit lauen Freunden anzufangen, haben Sie
erfahren, und werden es noch erfahren müßen. Es heist ja: zu Nutz und Dienst
des Nächsten, das heist nicht ein Bote eines jeden seyn, der mich schicken will,
und das Werkzeug eines jeden, der mich brauchen will. Ich muß ja wißen,
was mein Nächster thun will, das verstehen, was er von mir haben will, ob
es mit meinen Verhältnißen, gegen Gott und andere, bestehen kann und die
Schultern wenigstens fragen, wie viel die tragen können: Wenn ich bey jedem
Antrag, den mir jemand thut, denken will; das kannst du sacht thun ihm zu
Gefallen: so wird die ganze Welt Lust kriegen mit mir zu handeln, ich werde
aber nichts recht thun können, und das Ende des Liedes wird seyn, entweder
alle meine Kunden zuletzt für Schelme zu erkennen, oder von ihnen dafür
mit allem Recht dafür gescholten zu werden. Ein solches Schicksal ist in
crisi gut, und macht einen fürtreflichen Knoten im Laufe einer Sache, aber
für die letzte Entwickelung wünsche ich Ihnen so wenig als mir selbst ein
solches Loos.
Sie können leicht denken, daß ich weder aus Frevel noch Kützel noch
Leidenschaft solche Sayten berühren muß, welche den Ohren wehe thun; ich setze
mich durch diese Freymüthigkeit einem Schaden und Abbruch an Ihren guten
Gesinnungen aus, die mir immer unendlich schätzbar seyn werden – kann ich
wißen, ob Sie stark genung seyn werden solche Wahrheiten zu hören und zu
verstehen; und nicht noch mehr dadurch an mir geärgert zu werden. Und wie
kann man Thorheiten an seinen Freunden zu nahe treten ohne selbst zu leiden,
und sich in Ihnen zu erkennen. Aus diesen 2 Ursachen wählen Sie daher lieber
mit Ihren Freunden zu heucheln, und ich würde Sie bewundern und
nachahmen, wenn wahre Klugheit, Witz und Empfindlichkeit in einer solchen
Aufführung Statt finden könnten. Personen ansehen ist nicht gut; denn er
thät übel, auch wol um ein Stück Brodt. Wer einen Menschen strafet, wird
hernach Gunst finden mehr denn der da heuchelt. Daß Sie mir durch Ihre
Neutralität haben heucheln wollen und die gröste Partheylichkeit gegen sich
selbst – den Beweis von diesen will ich Ihnen nicht führen, ich begnüge mich
bloß darauf angespielt zu haben.
In Ihrem letzten Brief führen Sie mich wieder ipsissima verba Ihres
Freundes an; als wenn Sie wunder was für eine Genauigkeit und Schein
des Rechts dadurch bezeigen wollten. Und Sie haben nichts dazu gesagt? sind
sie in ihren Augen so wichtig, daß Sie das geringste entdecken, das einer
gründl. Beschuldigung ähnlich sähe: so ist es eine Verrätherey gegen die
Wahrheit, daß Sie selbige als verba praetereaque nihil anführen – Ist nichts
darhinter, so solten Sie sich schämen, Ihren Freund durch Anführung seiner
nichtsbedeutenden Reden in meinen Augen zu beschämen.
Wenn mir jemand eine Schmähschrift gegen Sie in die Hände gebe, die ich
Ihnen überreichen sollte, und ich noch so überführt wäre, daß Sie eine kleine
Züchtigung Ihres Geschmacks und Ihrer Sitten verdient hätten: so würde
ich wenigstens gegen den Verfaßer derselben, wenn er der Pabst wäre, die
Freyheit mir nehmen alle Lügen darinn zu unterstreichen, und das, wovon ich
nichts wüste unbeurtheilt laßen, das aber, wovon ich gewiß überzeugt wäre,
daß ich andere Nachrichten darüber hätte, mit Kreutzen und ich weis nicht
womit bezeichnen oder exceptionen und Protestationen dagegen machen.
Sie haben Billette bekommen, und ich sehe nicht eine Zeile Antwort
darauf, als wenn Sie das alles für genehm hielten und nicht im stande wären
ein Wortchen dazuzusagen; ungeachtet viele Artikel den Catechismus
betreffen, und zu vielen Perioden weder Logic noch Rhetoric nöthig ist. So
sieht es also mit Ihrer Neutralität aus, und ich würde, Liebster Freund, gern
die Gefälligkeit, womit Sie HE. B. gedient, für eine Folge der Menschen und
Nächstenliebe ansehen, wenn diese ohne der Liebe und Furcht Gottes bestehen
könnte. Wenn Sie Gott ein wenig wahrer vielleicht liebten, würden Sie
mit Gleichgiltigkeiten Stellen, die Sie selbst als Lästerungen erklären,
annehmen, mir überschicken und so casuistisch darüber commentiren können.
Möchte nicht Ihre Furcht durch meine unerkenntliche und mürrische
Handlungen das Ansehen des Christenthums verdächtig zu machen, und die
Ehre der Bibel Preis zu geben, die so edel aussieht, ein sehr feiner
Sauerteig
der Pharisäer und Sadducäer seyn. Wenn diese Leute nicht auch für das
Ansehen des Gesetzes, und für Mosen und die Propheten eyfrig gesinnt, die
durch die Deutung, welche der Mißethäter auf sich machte, von ihrem
Ansehen etwas zu verlieren schienen. Sagten Sie nicht auch zu ihm: Was machst
Du aus Dir selbst?
Sahen ihn nicht selbst seine ungläubige oder
schwachgläubige S Jünger für ein Gespenst und für einen Geist an. Erklärten Sie
nicht, die Stimme Gottes für eine Würkung eines Gewitters, für eine
natürl. Begebenheit höchstens eines Engels, das Gefühl der Kraft die aus
ihm gieng, als eine nothwendige einfältige Folge des Gedränges, die neue
Zungen der Apostel als einen Rausch süßen Weines pp.
Als Herr B. Ihnen meinen Brief wieder zurück zu schicken auftrug, hätten
Sie nicht wenigstens ihn fragen können: was Er damit sagen und mir zu
verstehen geben
wolle? Ich habe über den Grund einer solchen Handlung
schon öfters grübeln müßen ohne ihn entdecken zu können. Was ich
geschrieben, habe ich geschrieben und bleibt geschrieben bis an den jüngsten Tag, alle
unsere unnütze Worte werden registrirt – und alle todte und unfruchtbare
Werke der Finsternis werden alsdann in einem Lichte gesehen werden – Er
hat ihn gelesen; der Geist der Versucher erinnert uns an das, was geschrieben
worden, wenn wir uns von dem Geist, dem Ueberzeuger unserer Sünde, der
wahren Gerechtigkeit, die alle uns. ehrl. Absichten zu Schande und zum Fluch
macht, und des Gerichts, das dem Fürsten dieser Welt zugedacht ist, dieser
Welt, die den Geist der Wahrheit nicht empfahen kann, denn sie siehet ihn
nicht und kennet ihn nicht, wenn wir uns von dem Geist, dem Tröster nicht
wollen in alle Wahrheit leiten laßen.
Ich habe mir vorgenommen einen Auszug aller der Stellen aus des HE. B.
2 Briefen an mich zu machen, denen Sie schuldig gewesen wären zu
wiedersprechen wenigstens Schandehalber, und die ein Freund von mir sich niemals
unterstehen sollte einem andern gegen alle Wahrscheinlichkeit und Wahrheit,
die in Gottes Wort und Vernunft und Erfahrung gegründet ist, zur Last zu
legen. Ich werde aber nicht einmal Ihre eigene Beylage darüber näher
untersuchen, und freue mich daß Sie der Weisheit Gamalielszu ruhen und
Stille zu sitzen
– Recht wiederfahren laßen.
Von so einer weitläuftigen, vermischten und verwickelten affaire, als
die Angelegenheiten des Hauses überhaupt als zum Theil in Beziehung auf
mich betrift, läßt sich ohne einen genauen detail, der weder discursive noch
aesthetisch mitzutheilen ist, kein Begrif machen, geschweige ein gesundes
Urtheil fällen. Die Spieler darinn sind eigene Leute – das ist alles, was Sie
von Ihnen zu sagen wißen, und näher möchten Sie mit Ihrer Untersuchung
ihnen kaum jemals kommen. Wenn dies Eigene eine qualitas occulta ist;
so ist nichts dadurch erklärt, und möchte auf das herauslaufen, was der
gemeine Mann: wunderliche Heilige nennt. Daß Sie mich so beurtheilen, kann
ich auf eine handgreifliche Art aus dem Dialog sehen, den Sie mir über den
Antrag Ihnen einige Bücher auszusuchen, in den Mund legen. Das Eigene
mag also seyn was es wolle, Lob oder Tadel: so sage ich in einem Fall mit
David: Ich danke Dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin, und im
andern Fall: Bewahre meine Seele, denn ich bin heilig, das heist nach
Luthers Gloße, ich werde verdammt und verachtet als ein Ketzer. Ψ. 86.
Daß HE. B. mir wie ein Bär begegnet, dem seine Jungen geraubt sind –
und daß jene mich wie Bienen umgeben, und mich wie ein Feuer in Dornen
dämpfen und löschen wollen – Was bewegt Sie aber in Schaafskleidern zu
mir zu kommen? Ich habe die Ströme seines guten Herzens in Blut
verwandelt, daß sie ihre Bäche nicht trinken können; und das hat er durch Kunst
nachthun wollen. Ist das Religion? – Stoltz, Einfalt, Betrug. Das ist seine
eigene Religion, die natürl., und sofern mein Fleisch und Blut ist, geb ich
ihm darinn Recht. Durch diesen Beweiß verdammt er sich aber selbst und
macht seinen ganzen Gottesdienst und Sittengebäude zu schanden; wie jene
Zauberer sich ihre Mitbürger durch ihre Kunst selbst straften. Was bewegt
Sie aber, und was haben Sie für einen scheinbaren Grund für sich, daß Sie
mir seine Prügelsuppe selbst überreicht, und seine Verachtung meiner
redlichen Absichten
zu ihrer eigenen Sache gemacht haben. Alles was Sie ihm
zu Gefallen haben thun können und mir zum Nachtheil, haben Sie genau
erfüllt; und da ich nicht mehr als eine einzige Bitte an Sie gewagt, eine
Kleinigkeit in Ansehung der Gefahr, worinn HE. B. Sie gesetzt; haben Sie
mich nicht einmal gewürdigt, darauf zu antworten und den allergeringsten
Bescheid zu geben. Ich muß daher nochmals förmlich Sie darum befragen:
Haben Sie mir die große Freundschaft erwiesen dem HE. B. den Brief
vorzulesen, weil er übel geschrieben war, und meiner Härte und Grobheit, ja
seinen Misdeutungen derselben, nicht als ein gelehrter, vernünftiger,
christlicher Mann, sondern als ein alter gefälliger Freund von mir, nicht als ein
Artzt und Mittelsmann; sondern in Einfalt des Herzens und aus
ungefärbter Liebe, abzuhelfen gesucht? Das haben Sie nicht gethan, das will ich Ihnen
beweisen. Das sind nicht HE B. Worte, sondern Ihre eigenen, die Sie mir
überschreiben: ich hätte hart und grob geschrieben. Wenn Sie die Wahrheit
niederschlucken wollen, als wenn es Ihr Speichel wäre, so muß uns beyden
freylich nichts als die Schaalen derselben übrig bleiben. Und in dieser
Theilung sind Sie freylich neutral.
Laßen Sie mich albern im Reden seyn – und wenn Sie klug sind, müßen
Sie mit meiner Narrheit fragen. Sind das Schlüße? Der eine hat Recht – der
andere hat Recht – der eine hat Unrecht, der andere hat Unrecht – Urtheilen
must Du, Du willst nicht richten, Du kannst doch aber etwas thun. Du must
beyden den Peltz waschen, weil sie beyde Narren sind – Du mußt Dich aber
hüten keinen naß zu machen, weil sie beyde so klug sind wie Du. Richten Sie
was ich sage? und sehen Sie das Gericht Ihres Nächsten, als eine Züchtigung
des Herren an, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Der
Mann, der nicht zuschlagen wollte, da ihn der Prophet darum bat, wurde von
Löwen gefreßen. Zeigen Sie Ihre Wunden, die ich Ihnen schlagen muß, dem
Mann den es angeht, und zürnen Sie nicht mit mir, sondern vergeben Sie mir
als ein Christ, den Schmerz, den ich Ihnen machen muß.
Nichts natürliches in Ihrer Denkungsart, sagen Sie. Ihre
Einbildungskraft macht ein Geschlecht von Geschöpfen zu Enakim und Heuschrecken.
Das war nicht Einbildungskraft, sondern Unglaube. Das natürl. Auge sieht
freylich an den mikroscopischen Rißen der Insekten, des Schnees pp grobe
Lügen, Hyperbeln, die kein Maler und Dichter wagen darf. Was dem Auge
Lügen scheint, sind dem Verstande Entdeckungen, medii termini einer höheren
als blos sinnlichen Erkenntnis. Moses brauchte nicht seinethalben, sondern
des Volkes wegen, eine Decke. Als die Verführer, sagt der Apostel, und doch
wahrhaftig – als die Unbekannten, und doch bekannt – Wenn dieser Charakter
und Wiederspruch nur Aposteln zukommt: so ist es doch wenigstens für Sie
und mich wahr:
Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen pp
Gehet aus von Ihnen, und sondert euch ab, spricht der Herr – und der Apostel
der Liebe befielt uns hart und grob zu seyn, die für Atheisten und
Uebertreter anzusehen, die nicht in der Lehre Christi bleiben. Wer ihn grüst, wer
Friede zu ihm sagt, macht sich theilhaftig seiner bösen Werke. Sagen Sie
mir, liebster
Freund, wie der gute Name eines höflichen und mäßigen
Mannes
mit dem Bund eines guten Gewißens bestehen kann, den wir in
der Taufe mit Gott gemacht haben pp und ob Sie nicht der Religion so viel
Schandflecke durch ihren menschenfreundlichen Wandel anhängen als ich
durch meine cynische Denkungsart. Wehe mir, wenn Sie mein Richter seyn
sollten; Wehe Ihnen, wenn ich der Ihrige wäre. Gehe nicht ins Gericht mit
Deinen Knechten, denn für Dir ist kein Lebendiger gemacht. Dies im Geist
und Wahrheit zu beten ist schwerer als seiner Mutter ein Denkmal zu setzen,
diese Absicht Gottes bey dem Tode seiner Amtsgehülfen zu verstehen, ist
ein Geheimnis, das man nur im Heiligthum erkennt, unterdeßen auch Heyden
eloges academiques im Vorhof der Vorsehung und ihren weisen verborgenen
Wegen opfern.
Wenn es allen meinen Freunden um Wahrheit zu thun wäre, wahrhaftig
um Wahrheit zu thun; so könnte ich frey heraus mit Ihnen reden. Die
Wahrheit ist aber nicht Ihre Sache; ihre Lüste – verdrehen alles; und machen aus
Eli Elias, und doch beruffen Sie sich auf die Worte des Verführers, um
theils ihn dadurch zu fahen, theils ihre Erfüllung zu nichte zu machen.
Warum redte David, als wenn er Meßias wäre, und der Meßias
eignet sich die Worte Davids an? Antworten Sie mir, wenn Sie ein Lehrer in
Israel seyn wollen. Wie konnte Paulus sagen: Ich lebe nicht, sondern was
ich lebe – Alles ist euer, es sey Paulus oder Apollo, es sey Luther oder die
Welt, es sey das Gegenwärtige oder das Zukünftige – Alles ist Euer; Ihr
aber seyd Christi, Christus aber ist Gottes. Ist nicht der Kleinste im
Himmelreich jetzt größer pp Muste nicht Paulus erst denjenigen durch eine wunderbare
Erscheinung kennen lernen und sind die nicht seeliger, die an ihn glauben ohne
dergl. sinnliche Begebenheiten. Und sind unsere Zeiten nicht eines größeren
Lichtes fähig als Luthers seine waren – Niemand also verachte meine T
Jugend. 1 Tim. IV 12 cet. Ist die Wolke der Zeugen nicht größer geworden für
mich als S sie für jene war – und unsere Verbindlichkeit stärker zu laufen,
wie denn? durch Schaffen, Arbeiten, gute Werke, Liebesdienste? Nein!Durch
zu laufen durch Gedult in dem Kampf der uns verordnet ist. Sollten wir
beyde nicht mit mehr Klarheit und Freude auf Jesum sehen, der nicht
Menschentage in seinem Hirtenamt suchte, Creutz, Schande vorzug. Sollten
wir uns an das Wiedersprechen der Sünder kehren, unsern Muth matt
werden laßen – Haben wir schon bis aufs Blut über dem Kämpfen wieder
die Sünde wiederstanden, und sollte ich seines Trostes vergeßen – Wenn uns
Menschen nach Gutdünken züchtigen; wie sollten wir nicht Gottes
Züchtigungen zum Nutz annehmen, auf daß wir Seine Heiligung erlangen, ohne
welche niemand den Herren sehen wird noch kann.
Wenn ich so lange über einen Tyrier schwatzte, der vom Gärtner zum
Könige durch Alexander erhoben wurde, würde Ihnen mein Geschwätz vielleicht
erlaubter und erträglicher vorkommen. – Doch nein, liebster Freund, Sie
erfahren in ihrem Umgange tägl. Uebungen der Verleugnung, daß ich den
Verlust einer Stunde über Lesung dieses labyrinthischen Briefes, als ein
klein Opfer der Freundschaft von Ihnen fordern kann; und Ihnen pflegt
ein Glaß Waßer
zur Artzeney zu dienen, wie ich mich durch ein Glas Wein
des Tages stärken muß.
Cäsar wollte nicht abergläubisch seyn. Ein Astrolog hatte ihn für die Idus
gewarnt – Dem zum Trotz gieng er auf das Rathhaus, nicht zum Tod,
sondern zur höchsten Würde, zu deren Erreichung er so viel angewendet hatte.
Hatte er im Leben die Träume der Sterndeuter verachtet, wie fluchte er als er
seinen Lügenpropheten in den elisäischen Feldern ankommen sahe. Wenn Du
mir nicht Deine Grillen nicht mitgetheilt hättest, so würde ich nicht meinen
Eigensinn gegen selbige zu brauchen nöthig gehabt haben. Ich kann es eher
dem Brutus als einem solchen Narren wie Du vergeben – Wenn Du Lügen
geglaubt hättest, sagte der Astrolog, so würdest Du selbige nicht wahr
gemacht haben. Jetzt hast Du Dir selbst den größten Schaden gethan, und den
Ruf meiner falschen Kunst bey Abergläubigen vermehrt. Wenn Du geglaubt
hättest, so hättest Du Deine Absicht erreicht, meinen Credit zu schanden
gemacht, und Dich selbst erhalten können. An Deinem Leben hätte Dir
wenigstens mehr Gelegen seyn sollen als an der Eitelkeit, meine Träumereyen zu
wiederlegen und an meinem Namen zum Ritter zu werden und über meine
Schemata zu spotten. Was hatte also Caesar für Ursache, die Ursache seines
Todes dem Astrologen zur Last zu legen – und doch behaupten Sie mir, daß
die Rede eines Thoren dem vernünftigen und herzhafften Caesar das
Schicksal des merkwürdigen Tages zugezogen. War es denn so eine große Sache für
Caesar, einen Tag zu Hause zu sitzen. Besuche, zu denen uns Vernunft
und Ehre antreibt, laßen sich nicht gerne aufschieben und Tage zu wählen ist
alter Weiber ihr Kram.
Meine Feder würde nicht so überflüßen können, wenn mein Herz nicht voll
wäre. Freunde sind eine Gabe Gottes; ich habe meinen Köcher derselben voll
gehabt. Soll er leer werden; so werde ich ihren Verlust wie ihren Besitz mit
Dank annehmen, und mich für niemanden als Gott demüthigen. Es ist nicht
gut sich auf Menschen verlaßen – soll die eine Seite meiner Erfahrung zur
Aufschrift haben. Was können wir Menschen thun? wird die andere bekommen. Ich
will rühmen Gottes Wort – ich will rühmen des Herren Wort. Nimm ja
nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit, denn ich hoffe auf Deine
Rechte. Die Stoltzen haben ihren Spott an mir, dennoch weich ich nicht – –
Ihr Pöbel fällt Ihnen zu, und läuft ihnen zu mit Haufen wie Waßer, und
sprechen: Was soll Gott nach jenen fragen? Was soll der Höchste ihr achten.
Siehe, das sind die Gottlosen, die sind glückseelig in der Welt und werden
reich. Wenn der Meister und Herr so oft hat schreyen müßen: Wer Ohren hat
zu hören der höre! Wenn er gesagt: Seelig ist, wer sich nicht an mir ärgert:
Was sollen seine Jünger und Nachfolger von den Urtheilen der Welt und
falschen Brüder über ihre Stimme und Hände, erwarten. Wenn er selbst
mitten unter sie wäre, meynst Du, daß er Glauben finden würde?
Ich werde mit dieser Seite hierüber schlüßen. Ich weiß, daß der Herr wird
des Elenden Sache und der Armen Recht ausführen; daß man in den Zechen
von mir singt. Sind Gräber der Ort, wo man Deine Güte erzählt; und kann
man im Verderben Deine Treue erkennen – Deine Wunder in Finsternis –
und Deine Gerechtigkeit, im Lande, da man an nichts denkt, als seine Lüste?
Legen Sie bis auf die Fehler meiner Schreibart alles zum Besten aus. Ich
habe viel und über schwere Dinge zu schreiben gehabt; daher habe ich mich
bemüht kurz zu seyn und ich nicht erreichen können meine Gedanken
deutlicher zu machen, als daß ich die Grundzüge derselben so stark als
möglich
andrücke, v sie auf fremde Gegenstände übertrage.
Ich werde mit Gottes Hülfe aller der Feßeln, unter denen ich jetzt schreiben
muß, entledigt seyn, wenn meine Freunde mit mehr Liebe zur Wahrheit den
Grund meiner Handlungen zu erkennen Verlangen bezeigen werden. – Alle
die Spaltungen zielen
darauf eine Heerde und einen Hirten
hervorzubringen; wenn und wie das geschehen soll, gebührt uns nicht zu wißen.
* * *


Jetzt erlauben Sie mir, Geliebtester Freund, mit leichteren Zügen die Feder
an Sie zu führen. Ihrer Bitte um einige Schriften bin schon zuvorgekommen
und habe einige Kleinigkeiten für Sie ablegen laßen. Außerordentl. ist mir
bisher noch nicht in die Hände gefallen. Ein klein Gedicht des HE. von Croneck;
die Einsamkeiten gehört hieher. Philotas ist das Beste, was Sie erwarten
können. Zwey Programmata des M. Hähn habe gleichfalls der Mühe werth
geachtet, über Subtilität in Schulsachen; einige Stellen des Comenii, die er
anführt, sind werth ausgesucht und nachgedacht zu werden. Das Verdienst
dieses alten Philosophen und Schwärmers und Schulmeisters ist ziemlich
ausgestorben. Ich habe eine vortrefliche Predigt des M. Hähns über den
Glaubensgehorsam wahrer Christen bey den kümmerl. Führungen Gottes
gelesen; sie ist aber nicht mehr zu haben. Ueber das Evangel. nach dem Neuen
Jahr. Wenn man in Bethlehem bleiben will, muß man nach Egypten
wandern – sich wieder seine Neigung länger da aufhalten – und wenn man
Hofnung hat ins Land Israel zu kommen, doch im beschrieenen Lande der Galiläer
aushalten. Der berühmte Jacobi hat eine ganz kleine Sammlung einiger
geistl. Reden bey außerordentl. Fällen kürzl. ausgegeben, die ich ihnen auch
habe beylegen laßen Ich ziehe seine Beredsamkeit der Kramerschen sehr vor.
Chladenius hat Bibl. Untersuchungen herausgegeben, die ich Ihnen herzlich
gern zugedacht hätte, weil sie was außerordentliches sind an Gründlichkeit
und analytischer Kunst. Zwey Abhandlungen über Projecte stehen drinnen,
die ich dem HE. B. gewünscht hätte mitzutheilen. Ich habe sie gelesen, als
wenn sie mein Gewißensrath aufgesetzt hätte, und mir daher als Regeln
ausgezogen – Was ich noch im Buchladen finden sollte, und der Mühe werth
achten möchte, werde auf guten Glauben beylegen. Sollte meine Wahl nicht
immer gelingen; so bitte mir Erinnerungen darüber aus; die mir gesetzten
Gränzen werde nicht überschreiten. Von einigen andern Kleinigkeiten will
jetzt nicht zum voraus melden.
Der junge Hartung ist in 8 Tagen gesund und tod gewesen. Trescho hat
ihn parentirt. Der junge Mensch hat viele neue Unternehmungen im Schilde
geführt, die vielleicht zu seinem eigenen und andern Besten nicht haben reif
werden sollen. Der Bräutigam der Wittwe ist ein liebenswürdiger Mann und
heist Woltersdorf. Ich gönnte die Tochter dem HE. D. in Mitau. Wenn er
herüberkommen könnte, möchte nicht schaden. Kleinigkeiten müßen uns keine
Hinderniße seyn; er hat selbst die Bedenklichkeiten seine Reise vorzunehmen
für Kleinigkeiten erklärt. Da ein Mädchen von ihrem Alter sich in einer
besonderen Verlegenheit in Ansehung ihres jungen Stiefvaters seyn muß;
so möchte sie jetzt leicht zu übertölpeln seyn. Da Ihr HE. Bruder sie kennt,
Neigung zur Ehe hat und zu ihr auch vielleicht behalten haben könnte, seine
Umstände wahrscheinl. Weise dadurch eher verbeßert als verschlimmert
werden möchten: so laß ihn bedenken, mit was für Gemüthsverfaßung er
zugreifen will, und nicht zaudern. Vielleicht würde er beßer einer Buchdruckerey
vorstehen können als ein Hofgerichtsrath. An einer beqvemen Praxi würde
es ihn nicht fehlen, sollte ich denken.
Wir haben hier 2 merkwürdige Actus gehabt; der Lausonsche auf Simon
Dach wird gedruckt, und war eine Comedie larmoyante, ein weinerliches
Lustspiel – Einfälle wie der Reif im Herbst Büsche und Thiere ziert oder wie
der schwarze Rock eines alten Stutzers voller Puder liegt. Der Watsonsche
Actus ist nicht zu beschreiben – daß seine Rede gedruckt werden soll, nicht zu
begreifen. Ein jämmerl. Auszug von Stockhausens Bibliothek, die er seinen
hohen Zuhörern und ihren Comitat vorschlug. Dieser Comitat bestand aus
Dames. Hierauf kam sein Lebenslauf, worinn er alle die Akademien erzählte,
und Höfe nannte die er gesehen hat. Der Gebrauch der vielen französischen
Wörter ist an einem politischen Redner wo nicht eine Zierde doch ein
Brandmark, an dem man ihn erkennen sollte und beurtheilen als einen solchen.
Ihre mir mitgetheilten Exempl. habe richtig erhalten und ausgetheilt. Die
meisten sind durch HE. Lauson abgegeben worden. Ich habe aber selbst an
den HE Kriegsr. L’Estocq sein Exemplar hingebracht; der sich wunderte
gar keinen Brief noch Antwort von Ihnen dabey zu erhalten, weil er durch
HE. Scheffner vor einigen Monathen eine ganze Sammlung von gedruckten
Sachen an Sie hatte übermachen laßen. Ich glaube nicht daß Sie solche müßen
erhalten haben; weil ich nichts davon wuste und es zu meiner Zeit doch hatte
eintreffen müßen oder kurz vor meiner Ankunft.
Sie haben mir neulich ein P. S. in Ansehung des Sergeanten geschrieben,
worauf ich nichts zu antworten weiß, weil mir weder sein Vormund, noch
seine Schulden, die er in Riga gemacht und mit seinem eigenen bezahlt worden
etwas angehen. Den Mittwoch nach dem Osterfeste ist er das letzte mal bey
uns gewesen; wir gaben ihm um 10 Uhr Laterne und Mantelrock mit, weil es
schlecht Wetter war; nach der Zeit haben wir ihn nicht gesehen, desto mehr
Unruhe aber die ganze Woche über von seinen Maj. gehabt. Die Umstände davon
will ihnen kürzl. erzählen. Er geht nach Hause und findet einen andern
Sergeanten in seinem Qvartier, den er durch die Laterne gewahr wird. Für Angst
über diese Erscheinung, die ihm nichts gutes versprochen, läuft er weg, der
Kerl ihm nach, so bald er in seinen Rock hat kommen können. Man hat ihn
noch um 12 Uhr in unserm Hause aufsuchen wollen und deßwegen mit Macht
angeklopft; davon mein Vater aber zum Glück nicht erwacht ist; unser Haus
ist darauf die ganze Nacht besetzt worden, als wenn er zu selbigen seine
Zuflucht genommen hätte. Den Tag darauf kam ein Soldat nach dem andern,
wir sollten ihn schaffen, da wir doch von nichts wusten. Ich muste noch
Donnerstags des Abends um 8 Uhr zum Maj. hinkommen, ohngeachtet ich
ein Laxativ eingenommen; Morgens darauf wieder, da er schon anfangen
wollte, grob zu werden. Er muthete uns zu wir sollten alle unsere Leute nach
ihm in der Stadt ausschicken, weil er es sonst vor Gott und seinen
Anverwandten nicht verantworten könnte, daß der junge Mensch zeitlebens sich
selbst unglückl. machen sollte, da er ohne den allergeringsten Anlaß entlaufen
wäre und ihn als einen Deserteur angeben müste. Freytags Abends schickte
er wieder mit einem Billet an mir, wir sollten ihn die Nacht über suchen laßen,
oder wir würden unglücklich seyn; worauf ich so ernsthaft, als es sich thun
ließe, Bescheid gab. Sonnabends hatten wir Ruhe, und den Tag darauf schrieb
der Sergeant selbst an mir, und meldete, daß er nicht länger bey sn Maj. hatte
aushalten können, und jetzt in der Kanzelley seiner Compagnie von Morgens
biß auf den Abend seyn müste – – Ich hatte hierauf nichts zu antworten,
sondern ließ ihn bitten, wenn er abkommen könnte, selbst herzukommen. Man
hat ihn auf der Straße herum gehen sehen, bey uns aber ist er noch bisher
nicht gewesen. Mein Vater hat er mir etl. mal schon angeredet ihn zu besuchen,
ich habe es aber noch nicht thun wollen, und weiß nicht, ob ich diese oder
nächste Woche mich in seinem Qvartier nach ihm erkundigen werde. Da seine
Brüder klug thun sich seiner zu entschlagen – so bin ich durch seine kindische
Versteckung auch eingeschreckt, und muß alle Unruhen und Weitläuftigkeiten
vermeiden, die auf meinen alten Vater zurück fallen können. In unserm
Hause ist er von allen geliebt worden und er wuste sich in alles zu schicken.
Ich habe blos 2 Dinge an ihn bedauert, daß er gar zu wenig aus der Schule
gebracht, und ganze Tage ihm nicht lang wurden ohne etwas zu thun. Eins
hängt mit dem andern zusammen. Da er schon an unser Haus gewöhnt war,
so hätte ich ihn nicht länger müßig darinn gelaßen; sondern nach dem Fest
war unsere Abrede das französische anzufangen, und ein wenig die
Fortification. Ungeachtet ich nichts von der letzteren verstehe; so hätte ich schon aus
Liebe zu ihm die Anfangsgründe davon ihm beybringen wollen. Dieser Plan
ist zu rechter Zeit zerrißen worden. Nichts als Noth kann ihn bilden. Noth
und Zucht sind 2 Dinge. Wenn seine Brüder ihn der ersteren überlaßen wollen;
so müßen sie sich mit der letzteren nicht abgeben. Will ihn Herr B. ins
Zuchthaus setzen laßen; so muß er seinem Bruder Karl um die 120 Thrl. bitten,
die er ihm jährlich versprochen. Wenn man das eine thun will, so findt das
andere nicht statt. So genau kann man nicht urtheilen, wenn nach Neigung
und Ehre zugleich handeln will. Willst Du Deinem Bruder Vernunft zeigen,
so verleugnest Du Dein Herz gegen ihn; willst Du ihm Dein gut Herz zeigen,
so verleugne Deinen Verstand und Deine Klugheit gegen ihn. – Ihre
Leidenschaften, die ihre Lehrer sind, müßen gestürzt werden über den Fels; so wird
man denndenn – hören können, meine Lehre, daß sie lieblich sey. Ψ 141.
Warum würde man meine Briefe zurück schicken, wenn nicht glüende Kohlen
drinnen wären, die ihrem Kopf wehe thun. Gedenke, sagt Elihu, daß Du sein
Werk nicht wißest, wie die Leute singen. Er schreckt die Leute mit Blitz und
giebt doch Speise die Fülle. Ein Thörichter glaubet das nicht, und ein Narr
achtet solches nicht. Was denn? Daß Deine Werke so groß, und Deine
Gedanken
so sehr tief sind.
Ich kann den Einfall nicht vergeßen, daß man nicht andere Gerichte
zuziehen muß. Ist da ein Schein von Wahrheit drinnen; so überführen Sie mich.
Ich kann nicht eine Laus machen; und sollte Gerichte hervorbringen
können. Jesaias fängt die ersten Zeilen seiner Weißagung an: O wehe des
sündigen Volkes – Was soll man weiter an euch schlagen, so ihr des
Abweichens nur desto mehr macht? und doch hört er nicht eher auf. Warum steht
diese Frage nicht am Ende seiner Weißagung. Dieser Zweifel machte ihn eben
desto eyfriger. Ich weiß, daß ich in ihren Augen wie Pestilenz aussehe, und
ihnen alles nach Gift schmecken muß. Ich will Ihnen also gern so weit bleiben
als sie wollen, wie wird es aber ihren Boten gehen, werden die nicht an
meiner Plage oder ihrer Verstockung Theil nehmen. Daß ich nicht eße von
dem, das ihnen gelüstet
– und Sie laßen sich doch zum Ceremonienmeister
brauchen, und tragen mir ihre Schaugerichte auf. Ich liebe meine Feinde,
aber ich haße meine Freunde mit rechten Ernst, darum sind sie mir feind.
Sie sollen mit allen dergl. Umschweifen künftig verschont werden. An
gegenwärtigen Briefe haben Sie genung und zu viel. Ich halte mein Wort,
und würde es auch gegen HE. B. gehalten haben, seine Briefe nicht zu
erbrechen, noch zu lesen, noch zu beantworten. Durch Ihre List habe ich mein
Gelübde zu brechen mich verleiten laßen; daß Sie sich darinn verwickeln
laßen, wird ihnen leyd genung thun. Ich weiß daß Ihre Freundschaft eine
beßere Constitution hat, als es ihr anzusehen. Sie haben die Freyheit alles
aufzunehmen, wie Sie wollen; ich werde mich in keine weitere Erörterung
einlaßen. Ich werde mich freuen und Ihnen dafür danken, wenn Sie meine
Heftigkeit mit Sanfmuth meinen Unsinn mit Liebe aufnehmen werden;
meine Rachsucht mit Versöhnlichkeit und Grosmuth. Ich wiederhole diese
Bitte.
Mein künftiger Briefwechsel soll ein bloß freundschaftlicher und Zeit
verkürzender Umgang seyn, der sich auf Ihre Absichten beziehen soll. Ich werde
Ihnen von meiner langen Weile bisweilen Rechenschaft geben.
HE. Trescho hat versprochen morgen zu schreiben. Ich habe einigen
Umgang mit ihm, der aber blos wie es scheint in einer Art von
Handwerksvertraulichkeit bleiben wird. Arbeiten läßt sich bey meinen Umständen nicht.
Gott wolle meinen alten Vater erhalten, und ihm ein ruhig Alter geben. Er
läst s Sie herzlich grüßen, und wünschet Ihrem ganzen Hause alles Gutes.
Bey aller meiner Trägheit, der ich hier nachhänge, kann ich Gott Lob!
manchen Abend mit aller Zueignung mir ins Ohr schreyen: Herz! freu dich!
Du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frey.
Ich genüße in gleichem Maaß das Leere und die Fülle der Menschlichkeit. Ich
habe mich auf diesen Frühling mit einer Neugierde gespitzt, als wenn er der
erste wäre, den ich erleben sollte; ich wünschte ihn als den letzten schmecken
zu können. Die Einsamkeit meiner Gartenhütte und Kürbislaube sind kein
Tausch gegen den Jahrmarkt der Rigischen Höfchen. Ich scheue meine
Wünsche als Sorgen
– und verwandele meine Sorgen in Wünsche; so
verflüst eine Stunde nach der andern ohne Leyer, ohne Pinsel und Freund.
Mein Vater ist mein einziger Wohlthäter und Zuchtmeister, den ich jetzt lieben
und fürchten darf. Ich biege mich siebenmal zur Erden vor ihm, ehe ich mich
unterstehe ihm ins Gesicht zu reden. Ich eße mein Brodt bald mit tummen
ernsten Tiefsinn
oder im Springen, wie ein Ochs oder Kalb Gras und
Heu frist, ich gehe auf Raub mit Grimm und Grosmuth wie ein Löwe, und
weil ich ein Zaunkönig bin, so trägt mich mancher Adler von starken
Flügeln und Augen weiter als er selbst reicht; ich diene auch meinem Nächsten,
wenn ich kann, am liebsten ohne Körper und Schatten, und nicht auf
meine Rechnung
, sondern wie es einem dienstbaren Geist anständig ist,
wie Wind und Feuer dem Menschen. Dachte der kluge Bauer an den Handel,
der beßer Wetter machen wollte als Jupiter; oder hinderten die Flüche des
Schiffers den Seegen seiner Erndte? Gedultiges Element! man sieht, man
fühlt dich nicht. Jeder Körper trägt dich in seinem Schoos. Wenn der
Dornbusch Dich zum Bundesgenoßen hat, so sind die Cedern Libanons Asche
und Staub für ihn.
Ich habe auf der Flottwellschen Auction nichts erhalten, und hätte die
Oeuvres de St. Real gerne gehabt, es ist aber alles außerordentl. hoch
fortgegangen. Doch habe ich noch den deutschen Martial, Wernicke bekommen.
Die Vorrede hat mir gefallen, wenig sonst darinn gelesen. Ich erinnere mich
einer Sinnschrift über die bekannte Geschichte von Xantippens Nachtgeschirr,
da er zu seinen Freunden sagte: Ich wuste wohl, daß auf ein solch Gewitter
ein Platzregen folgen würde. Wenn Du das gewust hast, Socrates, so hast du
als ein Thor gehandelt, daß Du nicht mit Deinem Freunden der Träufe aus
dem Wege gegangen. Was meynen Sie, liebster Freund, von diesem Einfall
des Dichters. Socrates redete nach einem bekannten Schleichgriff, da wir uns
überreden dasjenige zu wißen, was wir wißen könnten oder auch sollten.
Weil man alles dasjenige, was man im gewißen Verstande thun muß oder
leicht thun kann als schon geschehen ansieht. Ein solches vitium
subreptionis
ist leicht in Worten und Handlungen zu entdecken, aber wenn es in
Gedanken geschieht. Ich umarme Sie und Ihre liebe Hälfte. Leben Sie wohl,
und vergeßen Sie nicht Ihren Freund.
Den 1. May.






drey Männern Mose, Aaron, Samuel nach Ps 99,6–8








Briefe von
Johann Christoph Berens
, nicht überliefert, vgl. Brief Nr. 143 (ZH I 328/28)








Orlogsschiffes Kriegsschiff

geharnischte Männer ...
Verg. Aen.
2,250ff.


Gerichte ... Röm 13,2ff.









Lügen ... Offb 22,15




Herr gesagt Mt 7,21 u.a.
Gottlosen ... Jes 48,22, Jes 57,21

Pfüle Binden








Briefe nicht überliefert


Johannes der Täufer, Mt 14








Herodes Antipas
Tochter Salome





vmtl. Anspielung auf
Catharina Berens
und das Heiratsverbot








Schulhandlungen Lindners Ausrichtung der jährl. Feierlichkeiten am Rigaer Domgymnasium,
Lindner, Gedächtnisfeier
















Sprache Kanaans Jes 19,18

Mt 7,21 u.a.













verhudeln wertlos machen



Schaarwerker im Frondienst
















Kützel Leichtsinn
















ipsissima verba völlig die eigenen Worte





verba ... nichts als Worte






































































Luthers Glosse zu dem Psalmvers: »Heilig kann hie auch heißen / verdampt und veracht / per antiphrasin / als ein Ketzer.« (WA DB 10,1 S. 385)



Schaafskleidern Mt 7,15


Kunst 2 Mo 7,22


















Einfalt Eph 6,5, Kol 3,22

Liebe 2 Kor 6,6

























Verführer ... 2 Kor 6,8f.














Geist und Wahrheit Joh 4,23

Denkmal der verstorbenen Mutter,
Hamann, Denkmal









fahen fangen



Ich lebe nicht Gal 2,20



Kleinste im Himmelreich Mt 5,19

wunderbare Erscheinung die Damaskuserfahrung, Apg 9,3ff.

glauben ohne ... Hebr 11,1



Wolke Hebr 12,1












Tyrier Abdalonymos in Sidon, bezeugt bei Curtius Rufus IV 1, 19ff., Iustinus XI 10, Plut. de Alex. fort. II 8 u.a.








Idus Iden des März, Suet., Caes. 81



fluchte er Suet., Caes. 82























auf Menschen Ps 118,8














Zechen ... Ps 69,13













































parentirt hat die Leichenrede gehalten, die gedruckt wurde unter dem Titel: Die Ehre der Religion, aus der Asche des Christen, in einer Standrede bey dem Sarge Des ... Herrn Michael Christian Hartung, Hof- und Akademischen Buchdruckers hieselbst


Wittwe
Hanna Hartung



















hohen Zuhörern darunter der russ. Gouverneur v. Korff
Comitat Begleitung













P. S. nicht überliefert






Maj. Major der russischen Truppen
18.4.1759




























Brüder die Berens














Thrl. Reichstaler, eine im ganzen dt-sprachigen Raum übliche Silbermünze, entspricht 24 Groschen (Groschen: Silbermünze [ca. 24. Teil eines Talers] oder Kupfermünze [ca. 90. Teil eines Talers]; in Königsberg war der Kupfergroschen üblich; für 8 Groschen gab es ca. zwei Pfund Schweinefleisch)








Kohlen Röm 12,20 oder Ps 140,11
Briefe vor allem jene an
Johann Christoph Berens

Elihu ... Hi 36,24–31


Thörichter ... Ps 92,6f.






































ins Ohr schreyen Nach A. Henkel womöglich eine Anspielung auf das in Portraits von
Paul Gerhardt
P. Gerhardt
überlieferte Wort eines Zeitgenossen, dessen schwere Prüfungen hätten ihn eher zum Schreien als zum Singen bringen sollen.
Herz! ... Arbeit frey V. 3–6 der 5. Strophe des Liedes von Paul Gerhardt: Nun ruhen alle Wälder






Rigischen Höfchen vmtl. die Güter der Fam. Berens








Zaunkönig Die Fabel vom Zaunkönig und dem Adler wird Äsop zugeschrieben. Durch eine List gewinnt der Zaunkönig den Wettstreit der Vögel um die Königsherrschaft, indem er sich im Gefieder des Adlers versteckt und so, als dieser ermüdete, noch ein Stück höher fliegen konnte. Die Fabel ist u.a. von Plutarch in seinen Praecepta gerendae rei publicae, 12 (
Plut. mor.
806e–f (X 201f.), überliefert.




in
Fontaine, Fabeln
VI 4: Jupiter et le métayer / Jupiter und der Pächter






Auktion der Bibliothek C. Flottwells nach dessen Tod (Jan. 1759)

Oeuvres welche Ausg. der Werke von
César Vichard Saint-Réal
, nicht ermittelt

Wernicke, Poetischer Versuch
; ob die Ausgabe von Bodmer (1749) oder die in der Biga verzeichnete von 1704: nicht ermittelt.










vitium subreptionis Laster der Erschleichung





Provenienz:
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 2 (35).

Bisherige Drucke:
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, I 369–383.
Paul Konschel: Der junge Hamann. Königsberg 1915, 109–125.
ZH I 314–330, Nr. 143.

Textkritische Anmerkungen:
Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provenienz) kritisch geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter Quellen verifiziert werden konnten.
317/8 S
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies h statt S
322/11 gemacht
Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): gerecht statt gemacht
322/37 vorzug
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies vorzog  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): vorzog
327/36 wenn nach
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies wenn [man] nach  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): wenn [man] nach
328/11 nicht andere
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies andern  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): nicht andere[n]
328/34 Sanfmuth
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies Sanftmuth  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): Sanftmuth
330/3 Deinem
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies Deinen  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): Deinen