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Johann Georg Hamann → Johann Gotthelf Lindner
Königsberg, 18. August 1756
ZH I, 227


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Geliebtester Freund,

Eben bin mit einem schönen Journal zu Ende, das bey Klüter auskömt
und voriges Jahr den Anfang gemacht. Es heißt: Melanges litteraires et
philosophiques. Ouvrage periodique par une societé de gens de lettres.
Omnibus aequi.
Die Wahl, das Urtheil und die Schreibart unterscheiden sich
darinn. Ich möchte es Ihnen wohl empfehlen; und Sie für ein anderes
Journal epistolaire bey Bourdeaux warnen, das so elend als jenes vorzüglich
ist. Es sind gleichfalls 2 Tom. davon heraus, die ich mit viel Eckel
durchgelaufen. In dem ersteren habe einen Auszug von den Briefen über die
Empfindungen gelesen, die hier nicht mehr zu haben. Der Beschluß davon ist
dieser: Nos lecteurs seront peut-etre surpris d’apprendre qu’un auteur
aussi judicieux dans ses reflexions que poli dans l’expression est un jeune
homme d’un metier qui ne lui permet de donner aux muses que les heures
que d’autres emploient au sommeil et au repos et d’une Nation dont le
triste esclavage sous le quel elle gemit sembleroit devoir la rendre
incapable de travaux litteraires. C’est un phenomene digne de toute l’attention
du Public.
Er ist aber nicht genannt. Leßings Vertheidigung seines Lustspiels
ist also vielleicht von eben demselben und keine Erfindung, dafür Sie solche
sonst gehalten. Eben diese Melanges litteraires melden Pope ein Metaphysicker!
als eine Schrift Leßings an, die den Verfaßern damals noch ungelesen
gewesen seyn muß. Ich wünschte Ihre Recens. darüber zu sehen. Sie steht
noch nicht im 2ten Theil, der hier noch dazu defect im Buchladen angekommen.
Die Schrift habe selbst gelesen. Pope ein Metaphysiker! Dies Signum
exclamandi soll vermuthlich des Horatz sein risum teneatis amici ausdrücken.
In dem Vorbericht wird die Gelegenheit dazu angegeben. Die Akad. der
Wißenschafften hat eine Aufgabe gemacht die Ihnen bekannt seyn wird. Es
werden zwey Verfaßer davon angegeben um keine Eyfersucht zwischen
Freunden zu erzeugen die zu ihrem Sinnspruch den Vers des Virgils
Compulerunt – – greges Corydon et Thyrsis in unum
hätten wählen müßen hat man diese Gedanken der Gefahr eine Preisschrift
zu werden nicht aussetzen wollen. Es sind einige sehr feine und zweydeutige
Züge auf die Akademie darinn, die dem critischen Geist des Leßings
vollkommen ähnlich sehen. Der letzte ist sehr beißend. Es wird eine Stelle des
Pope angeführt wo er über den philosophischen Bart in einem Briefe an
Swift scherzt, den er sich in dem Versuch über den Menschen angemast. Pope
würde sich also sehr wundern, schlüst der Autor, wenn er das Schicksal erlebt
hätte, daß eine berühmte Akademie diesen seinen falschen Bart für werth
erkannt hätte ernsthaffte Untersuchungen darüber anzustellen. Diese ganze
Schrift ist lesenswürdig. Sie fängt mit einer Vergleichung eines Systems
und Gedichts, eines Poeten und Metaphysikers an; und theilt sich hierauf in
3 Abschnitte der akademischen Aufgabe gemäs. Man sucht ein analogon eines
Systems aus Popens Gedicht herauszubringen; das in 13 Sätzen besteht.
Die Schlußfolge davon heißt nach Pope: what ever is, is right.
Zweydeutigkeit der franzoischen Uebersetzung, tout ce qui est, est bien, welche die
Akademie angenommen. Pope hat nicht sagen wollen ist gut, sondern ist recht,
ist so wie es seyn soll, hat diejenige Stelle die ihm zukommt. Nun kommt eine
Vergleichung des Pope mit Leibnitz in ihren Lehrsätzen. Der erste versteht den
Zusammenhang des gantzen anders als der letzte. Pope in der gradation in
der Leiter der Geschöpfe, Leibnitz in der Verbindung der Dinge vermöge des
zureichenden Grundes. Pope schlüst à priori, Gott hat Menschen schaffen
müßen weil sonst eine Stelle v Stuffe in der Reyhe der Wesen leer gewesen.
Leibnitz à posteriori, weil Menschen sind so müßen sie zur besten Welt gehören.
Beyde haben eben so verschiedene Begriffe der besten Welt. Pope ist dem
Malebranche gefolgt. Der dritte Abschnitt ist eine Prüfung der Popischen Sätze,
die in nichts weniger als eine Wiederlegung des Leibnitz ausfallen kann. Die
Gottschede sagen, sie werde denn ganz was anders seyn, als die Akademie
verlangt. Doch was geht es ihn was die Gottschede sagen; er will sie
demohngeachtet unternehmen. In dieser Prüfung werden die Wiedersprüche, die
Pfauenfedern v die Schwäche der Popischen Lehrsätze entdeckt. Hierauf ein
Anhang, in dem gewiesen, daß Pope aus allen mögl. Systemen das
sinnlich-schöne geborgt, den Malebranche, vornehml. den Shaftesbury, welchen
Leibnitz beßer verstanden. ◦          ◦ nächstdem des Kings Buch
de origine mali ◦        ◦ Cynegeticon oder Gedicht von der Jagd
ist übersetzt ich habe es aber nur gesehen; it. ein Anfang einer prächtigen
Uebersetzung vom Horatz, die einen Staatsmann zum Urheber haben soll.
Das latein. richt über. Romanzen v Fabeln, die man dem Gleim zuschreibt,
aber nicht werth zu lesen seyn. Bocks Gedichte mit einem Sendschreiben von
HE. Hgr. R. Ohlius, Eine Vignette auf der die Dichtkunst in der Gestalt
seiner Jungf. Tochter erscheint. Man lobt ein Sinngedicht Die Anstalten der
Melinde, die in ihrer Küche Lerm gemacht, als wenn sie einen Kayser
bewirthen sollte und dem HE. Verfaßer ein halbgewärmtes Bier aufgetragen.
Ich rathe Ihnen eben so wenig sich selbige anzuschaffen als die Uebersetzung
der satyrischen v ernsthaften Schrifften des Schwifts, davon der erste Band
ein Horribilicribrifax vom Schwätzer ausgegeben. Weil die Geschichte des
Bulls v die Briefe des Tuchhändlers darinn, so sind sie mir als ein Geschenk
angenehm genung gewesen. Die Fable des abeilles v l’art d’aimer wird Ihnen
mein Bruder besorgen auch ein Gedicht des V. über die natürl. Religion, das
nach 2 Handschriften abgedruckt worden. Ich habe eine andere Ausgabe davon
gelesen, die hier im Buchladen. An die Werke des Arnauld dachte neul. Sie
kennen noch gar nicht die Stärke dieses Dichters. Meine Ausgabe war zu
Berl. von 751. in 3 Duodez Bänden. Seine Elegien sind schön; in zärtl.
Stücken verdient er mit Gresset Chaulieu v Bernis ein Nebenbuler zu seyn.
Gedichte die mich entzückt haben, zu viel und in allen Arten. Dies ist der einzige
Fehler den man ihm vorrücken kann. Ein Haufen Klaglieder die er in der
Bastille gemacht. Schäfergedichte, Hirtenlieder, Gelegenheitsgedichte, eine
Tragedie die den Anfang macht Coligny. Der erste Theil benimmt einem den
Muth anfangs die übrigen zu lesen. Man wiederrufft sich selbst, je weiter man
komt. Er führt öfters eine Comedie von sich an: le mauvais riche die aber
nicht dareinsteht. Die neuste Auflage wird gewaltige Veränderungen gelitten
haben, die man versprochen. Der Autor wird wenigstens mit den Lobsprüchen
auf Volt. wie das Volk zu Athen mit des Tyrannen v Sophisten..
Bildsäulen umgegangen seyn. Wars Phalereus? Noch ein Roman in gantz neuen
Geschmack. La nuit et le moment ou les Matines de Cythere. Dialogue.
Ein junger HE. tritt in Schlafrock bey einer Dame im Schlafzimmer.
Dies ist die Auszierung des Schauplatz. Sie reden alle mögl. Sprachen. Dies
ist die Handlung. Die Episoden sind so mannigfaltig als die es
Mittelfarben zwischen schwarz und weiß giebt. Mit einem Wort, ein kleines
Meisterstück in der monströsen Art; das dem Cyclopriapo sehr ähnlich ist, von dem
ich heute gelesen habe. Eller hat eine Beschreibung eines Monstri in der
Akademie der Wißenschafften zu Berl. vorgelesen, worüber eine artige
Abhandlung in den gedachten Melanges steht. Eine Zegeunerin hat ein Kind zur Welt
gebracht, das ein Auge mitten im Kopf, keine Nase und über den Augen einen
priapum gehabt Der Autor nimmt daher Gelegenheit über die vortheilhaffte
Lage dieses Gliedes zu legen reden, weil das sensorium des Vergnügens
dem Gebiet der vernünftigen Seele so nahe gelegen. Er hält dafür dies
Werkzeug bezeuge sich der Vernunft so wiederspenstig indem es sich in den
Vortheilen einer Provinz befände, die dem Hauptsitz der Regierung sich durch
ihre Entfernung gewißermaßen aus dem Gesicht verlöre v dergl mehr. Man
sollte ein Hospital für die Misgeburten unter der Aufsicht eines Philosophen
gründen wegen der nützl. Entdeckungen die man dadurch machen würde v sie
der Grausamkeit der Eltern zu entziehen, die solche Kinder verabscheuen v mit
Fleiß öfters ums Leben bringen. Bey einer andern Misgeburt von 2 Köpfen
läst sich der Autor über die Unbeqvemlichkeiten eines solchen Zufalls aus;
v glaubt daß es angenehmer wäre für einen Kopf 2 Leiber zu haben. Die
Brüder, ein Trauerspiel des Youngs nebst der Uebersetzung seiner Satyren
welche die Ruhmbegierde zum Gegenstand haben, die aber keinen Ebert
gefunden, werden Sie vermuthlich selbst besitzen. Mein Dangeuil ist hier mit
einem Haus Arrest belegt; sonst würden Sie schon ein Exemplar erhalten.
Ich habe mit genauer Noth einige Sünden ausgewunden; unterdeßen wird
Ihnen das Ihrige auch werden. Wenn Sie das eine was nach Riga schicken
können gelesen, so melden Sie mir zugl. Ihr unpartheyisch Urtheil. Dies
wird einen Anlaß geben mich weiter zu erklären. Ich habe an P. geschrieben,
daß er ◦        ◦ von sich geben soll. Er antwortet ◦     ◦ der
Orphelin de la Chine ist von mir nicht gesehen worden nachdem ich ihn dem
HE Bruder mitgeteilt. Er hat ihn sich auf einen Tag ausgebeten. Ich werde
an HE. D. deswegen schreiben. Er hat von mir gleichfalls einige Bücher
bekommen die er suchen sollte loßzuschlagen. Diese hat er gleichfalls an Ihren
HE. Bruder ausgeliehen v einen andern angegeben, von dem er sie hätte.
Daß er also selbst nicht weis was ihm noch andern gehört. Mir ist es damals
nicht mit gewesen, daß er dies Stück bekommen. Wäre es da, so hätte ich es
durch Baßa nebst den andern Sachen bestellen laßen. HE. P. Gerike wird den
Jacobi v Brown christian Morals durch diesen Freund vermuthl. erhalten
haben, dem ich alles übrige anvertraut, was mir nicht gehörte. Von meinem
Denkmal liegt Ihr Exemplar längst fertig um mit erster Gelegenheit
abzugehen. Einige Gedanken darinn sind das Facit von einer ganzen Reyhe
Betrachtungen, die mir im Sinn gewesen v die ich habe auslaßen müßen. Es hat
mir nicht geglückt einige Dinge auszudrücken, auf die meine Hauptabsicht
gegangen; das außerordentl. das wunderbare das göttl. in einer alltägl.
Begebenheit aufzuschlüßen, bey der die Gewohnheit die Menschen zum
Erstaunen gleichgiltig v leichtsinnig macht; ferner das physische von dem
moralischen bey dieser wichtigen Erscheinung gehörig auseinander zu setzen. Was
Büffon über den Tod sagt würde kaum für einen Menschen hinlängl. seyn
der sich einen Zahn ausreißen laßen wollte. Gesetzt liebster Freund der Genuß
des Lebens machte uns selbiges lieb; wie viel Fälle wo er uns daßelbe
vereckelt? v vielleicht sind deren mehr als der ersteren. – – HE. Lauson hat mich
besucht, und bittet Sie um Ihre Antrittsrede v die von Ihnen in Riga
ausgegebenen Gedichte. Jetzt komme ich auf den wichtigsten Punct in Ihrem
letzten Briefe, der mir ein unbeschreiblich Vergnügen gemacht. Ich habe auf
frischer That die Nachricht davon an HE. Gen. geschrieben. Danken Sie dem
HE. Bruder für den Dienst den er mir erzeigt in meine Stelle zu treten. Ich
glaube nicht, daß ihn dieser Tausch gereuen wird; und habe ihm schon zuvor
bedungen in alle meine Rechte zu treten, das heist so viel Gehalt als ich zu
bekommen und die Hoffnung die jungen HE. in ein Paar Jahren außer
Landes zu bringen. Man wird ihm vermuthlich beydes mit Vergnügen
einräumen. Nichts als die lange Zeit bis Weynachten ist nur noch ein kleiner
Anstoß. Wäre es nicht möglich eher los zu kommen. Ersuchen Sie ihn über
meine Absichten dort so viel möglich ein tiefes Stillschweigen oder
Unwißenheit anzunehmen. Ich denke bald von hier abzugehen und vorher noch selbst
an ihn alles zu schreiben was er zu wißen verlangt. Vor der Hand aufs beste
empfohlen. Vielleicht hat er schon jetzt einen Brief von dort erhalten. Mein
Gesuch darum ist dringend gewesen. Mein Vater ist auf gutem Wege mich
bald ziehen zu laßen. Sie können sich die Versuchungen leicht vorstellen, und
wie viel Anfälle er auf mich gewagt. Nehmen Sie die Grillen und Pralereyen
anderer hinzu, die sich um fremde Angelegenheiten bekümmern, die sie nichts
angehen. Hievon läst sich nichts schreiben, desto mehr erzählen. Ich habe hier
keinen vertrauten Freund, nein, niemanden, den ich zu Rath ziehen kann; und
brauche die meiste Zeit um meinen alten Vater zu seyn, der sich jetzt ein wenig
erholt, wenn ihn die Haushaltungs Sorgen nicht so viel Verdruß machten.
Um 10 zu Hause sondern auch zu Bett. Sie können leicht denken, daß dieser
Zwang meinem Vergnügen so wohl als meinen Arbeiten großen Abbruch
thut. Es kann aber nicht anders seyn; und ihm zu Liebe breche ich beyde ab.
Den ganzen Tag zerstreut oder gestört. Wenn das gar zu lange währt, so
würde ich in eine gänzl. Unordnung oder Schläfrichkeit kommen. Kgsb ist
ge ◦     ◦ todt für mich. Unser Fr. Hs ist ◦     ◦ v Secr. Sie wißen wo?
Sie wißen die jetzige Umstände ungefehr. Wie oft wir uns sehen, können Sie
also leicht erachten. Er hat immer zu thun v ich fürchte mich ihn zu stören.
Geschäfte geben der Freundschaft eine gewiße Kälte im äußerl. die zwar auf das
Herz keine Wirkung hat davon unterdeßen die Vergleichung der
Einbildungskraft nicht gefällt.
Ich bin jetzt übrigens ziemlich in guter Verfaßung des Gemüths wieder
und fast zu einer Reise beßer aufgelegt wie ich gedacht. Die Witterung wird
ein wenig zu frühe rauh. Ich wünschte wenn ich schon unter Weges wäre.
Diese Woche der Anfang, wenn Gott hilft mit künftiger müßen alle
Reiseanstalten zum Aufbruch fertig seyn. Ob von hier oder Dantzig nach Amsterd.
Ich fürchte mich im letzteren Ort aufgehalten zu werden v auf einen Schiffer
lauren zu müßen.
Die Hofmeister haben sich verabredet sich mit mir zugl. hier einzufinden;
v alle als meinem Aeltermann unter ihnen die Ehre ihres Besuchs angethan.
HE Reusch der bey der Gräf. von Fink ist HE. Hoyer und HE. Radke bey
einem HE. von Schlabberndorf in Insterburg. Sein Bruder ist aus Saltzburg
mit einer Summe von 24 000 Thrl. für die hiesigen Emigranten eingekommen
die ihnen ausgezahlt werden sollen. Unsere ganze Stadt hat jetzt numerirte
Häuser. Das unsere ist No. 172. in der Altstadt. Radke Schwester hat ein
Paarchen zur Welt gebracht, beyde zu früh v sie ist mit genauer Noth davon
gekommen. Der Diak. Buchholtz hat seine liebe Frau plötzl. an den Pocken
verloren. HE. Trescho kenne noch nicht; ich habe ihn bitten laßen mich zu
besuchen, er ist aber nicht gekommen. Weil ich wuste oder erfahren, daß er keine
Stelle außer Landes annehmen würde; so habe nicht weiter daran gedacht
ihn zu suchen. HE D. Funk hat mir am meisten Höflichkeiten erzeigt, die ich
wegen seiner verbindlichen und rechtschaffenen Begegnungen gegen mich nicht
genung zu erkennen weiß. Heute vor 8 Tagen mit Keller v Hennings bey ihm
gespeist, und sehr vergnügt gebischofft.
Entschuldigen Sie meinen alten Vater, daß er noch nicht geantwortet. Er
ist HE. B. noch eine schuldig; und ist voller Arbeit. Sie werden es nicht so
genau mit ihm nehmen. Sein Herz kennen Sie und das wird an Ihrer Freude
allemal so viel Antheil nehmen als Sie an seinem Leid genommen haben.
Er wird sich aber gewiß selbst entschuldigen. Grüßen Sie Ihr Schätzchen
tausendmal von mir und unserm ganzen Hause. Mein Bruder wird ehstens
selbst schreiben. Vernet ist nicht für Sie gewesen. Mit … werden Sie nicht
mehr auf dem Leiterwagen fahren und umwerfen können. Ich habe sie
bedauert, weil ich ihr gut gewesen. Sie war ein braves rasches Mädchen, die
beste Seele, das verdient hätte von Ihnen parentirt zu werden. Vielleicht
ist es geschehen. Leben Sie wohl. Ich umarme Sie und werde Ihnen
wenigstens noch einmal schreiben. Antworten Sie bald. Für Bernis danke
unterdeßen. Schreiben Sie was er kostet; so können wir hier abrechnen. Ich bin
ewig Ihr ergebener Freund und aufrichtiger
Hamann.


Königsb. den 18. Aug. 756. Verschonen Sie mich mit Ihrem Scavant
très renommé. — homme de lettres, s’il Vous plait.
















Verteidigung im ersten St. von
Lessing, Theatralische Bibliothek
, S. 279: Ueber das Lustspiel die Juden, im vierten Theile der Leßingschen Schrifften (Berlin 1754)









Aufgabe Lessing/Mendelssohn, Pope: »On demande l’examen du système de Pope, contenu dans la proposition: Tout est bien. Il s’agit ...«

angegeben in der Vorrede von Lessing/Mendelssohn, Pope


































Es ist nicht eindeutig zu klären, wann H. seine Übers. aus
Shaftesbury, Characteristicks of Men
anfertigte. Vll. hat ihn die Lektüre von
Lessing, Pope ein Metaphysiker!
dazu angeregt. J. Nadler geht von einem Entstehungszeitraum um 1755 aus (N IV S. 474).


Cynegeticon vll. des Grattius oder Oppian, vll.
Logau, Cynegetia



1756 erschienen von Gleim Fabeln und Romanzen separat, waren aber vll. zus. gebunden.



Bock, Gedichte
, S. 662




1756 erschienen die ersten zwei Bände der von Johann Heinrich Waser übers. Schriften Swifts,
Swift, Satyrische und ernsthafte Schriften
; zu Hamanns Swift-Lektüren: Knoll (1999).

Horribilicribrifax Teutsch ist eine Komödie von Andreas Gryphius betitelt.


l’art d’aimer
Bernard, L’Art d’aimer


andere Ausgabe ebenfalls 1756 erschien ein Druck von
Voltaire, La Religion naturelle



Arnaud, Oeuvres Diverses
, Bd. 1: Coligny, ou la St. Barthelemi







Le Mauvais riche wurde 1750 erfolgreich aufgeführt; Publikation nicht ermittelt.



François-Thomas-Marie de Baculard d’Arnaud
hatte zwei Texte über das Werk von Voltaire publiziert.

vll. Demetrios von Phaleron, dessen Bildsäulen nach seinem Sturz von den Athenern zerstört wurden, vgl.
Strabon
Geogr. 9, I, 20






Zyklopie





priapum männl. Glied












Brüder ... nebst
Young, The brothers
, nicht ermittelt, ob es sich um einen oder zwei Bde. des Trauerspiels handelt.

Johann Arnold Ebert
, Übersetzer der in Braunschweig publizierten Werke Youngs




nach Riga vmtl. an
Johann Christoph Berens














Hamann, Denkmal
, zum Andenken an seine Mutter












Antrittsrede ... Gedichte
Lindner, Gedächtnisfeier
, zum »Schulactus« 1756


Briefe nicht überliefert





jungen HE. v. Witten

außer Landes auf Bildungsreise






























Aufbruch nach London





Radke nicht ermittelt


Thrl. Reichstaler, eine im ganzen dt-sprachigen Raum übliche Silbermünze, entspricht 24 Groschen (Groschen: Silbermünze [ca. 24. Teil eines Talers] oder Kupfermünze [ca. 90. Teil eines Talers]; in Königsberg war der Kupfergroschen üblich; für 8 Groschen gab es ca. zwei Pfund Schweinefleisch)
Emigranten Protestanten aus Salzburg, die nach dem Emigrationspatent des Erzbischofs von Salzburg vom 31. Oktober 1731 nach Ostpreußen zogen.

ausgezahlt als Entschädigung für die unter Marktpreis während der Vertreibung aus Salzburg abgestoßenen Güter









Keller nicht ermittelt

Punsch getrunken










parentirt eine Trauerrede halten









Provenienz:
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 2 (31).

Bisherige Drucke:
Heinrich Weber: Neue Hamanniana. München 1905, 38–42.
ZH I 227–232, Nr. 105.

Textkritische Anmerkungen:
Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provenienz) kritisch geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter Quellen verifiziert werden konnten.
228/22 ihn was
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies ihn [an] was  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): ihn [an] was
228/28 mali ◦        ◦ Cynegeticon
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies mali [, des Oppianus] Cynegeticon  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): [, des Oppianus]